Es gibt Projekte, die tragen eine besondere Schwingung in sich.
Sie beginnen als einfache Idee – und entwickeln sich zu etwas, das man selbst kaum noch loslassen möchte.
So war es mit diesen beiden großen Holztafeln:
Sessrúmnir, Freyjas Halle,
und Valhalla, Odins berühmtes Tor.
Beide entstanden aus der gleichen Frage heraus:
Warum kennt jeder Valhalla – aber kaum jemand Sessrúmnir?
Dabei gehören beide Hallen untrennbar zu Asgard, beide empfangen Gefallene, beide sind Orte der Ehre, der Kraft und des Wiedererwachens.
Und beide verdienen ihren Platz – in der Mythologie und an den Wänden der Menschen, die diese Welt lieben.
✦ Handarbeit als Ritual
Die Tafeln bestehen aus Pappelholz, 95 × 50 cm groß, 1,0 cm stark - dadurch stabil, aber dennoch leicht genug, um gut aufgehängt zu werden. Durch die 1 cm Stärke liegt das Holz ruhig, verzieht sich nicht und hält viele Jahre – sogar Jahrzehnte.
Bevor überhaupt ein Strich gesetzt wird, braucht das Holz Zeit:
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Die Ränder werden in fließenden Wellen abgefräst.
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Danach folgt intensives Schleifen, bis das Holz glatt und warm in den Händen liegt.
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Erst dann entsteht mit Bleistift die Vorzeichnung – 3 bis 4 Stunden reine Linienarbeit.
Und ab da beginnt das eigentliche Ritual:
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jede Linie mit dem Brennkolben
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jede Fläche mit Farbe und Beize
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jede Schattierung mit Geduld
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jede Stelle mit Respekt vor dem Material
Sind alle Ebenen trocken, wird das Holz geölt.
Erst dann erwacht die warme Tiefe, dieser honigfarbene Glanz, der nur echtes Holz besitzt.
Insgesamt stecken rund 20 Stunden Arbeit in jeder Tafel.
✦ Zwei Hallen, zwei Wege – ein gemeinsamer Ursprung
Für mich war es ein Anliegen zu zeigen, dass Asgard mehr ist, als die eine berühmte Halle.
Walhalla und Sessrúmnir gehören zusammen, wie Tag und Nacht, wie Schild und Speer, wie Mut und Gnade.
Ein kleines Detail für Kenner:
Im Buch „Tarja und die Schneerose“ spiele ich mit genau diesem
Gedanken.
Denn auch in der Erzähltradition haben beide Hallen eine tiefe Bedeutung – und ihre Türen öffnen sich für Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen.
✦ Und dann waren sie weg …
Manchmal spürt man bei einem Werk schon während des Schaffens:
Das bleibt nicht lange bei mir.
Tatsächlich wurden beide Bilder innerhalb von fünf Minuten verkauft.
Noch bevor das Öl vollständig eingezogen war.
Und ja – es wird weitere geben.
Neue Tore, neue Hallen, neue Szenen aus der nordischen Welt.
Holzbilder, die Geschichten tragen, Wärme geben und Räume verwandeln.
✦ Warum Holz?
Weil Holz lebt.
Weil es duftet.
Weil es bleibt.
Ein Holzdruck mag ähnlich aussehen – aber er fühlt sich nicht so an.
Handarbeit trägt Spuren von Zeit in sich.
Sie gibt Räumen Kraft, Ruhe, Würde.
Sie erinnert daran, dass wir Menschen Dinge erschaffen können, die länger halten als ein Trend.
✦ Blick in die Zukunft
Die nächste Serie ist bereits in Planung.
Vielleicht wieder Türen, vielleicht eine Szene aus der Edda, vielleicht auch etwas völlig anderes.
Doch eines bleibt:
Jedes Stück entsteht von Hand.
Mit Feuer, Farbe, Geduld – und Herz.

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