Die Sonne sinkt langsam hinter den Feldern. Das Abendlicht taucht das reife Korn in warme Goldtöne, während der Mond bereits über dem Horizont erscheint. Libellen ziehen lautlos ihre Bahnen über Gräben und Wiesen, und mit jedem Tag wird spürbarer, dass der Sommer seinen Höhepunkt überschritten hat.
Der achte Mond steht zwischen zwei Zeiten. Noch trägt die Erde die Fülle des Sommers in sich, doch der Herbst klopft bereits leise an ihre Tür.
Eine Zeit des Innehaltens
Nach den arbeitsreichen Wochen der Ernte kehrte langsam Ruhe ein. Die Scheunen füllten sich, die Vorräte waren eingebracht und die Menschen konnten zum ersten Mal seit langer Zeit tief durchatmen.
Es war die Zeit, dankbar auf das Geschaffene zu blicken und zugleich den Wandel der Natur wahrzunehmen.
Die Sprache der Landschaft
Jetzt veränderte sich die Welt beinahe unmerklich. Die Tage wurden kürzer, die Nächte frischer und das Licht erhielt eine weichere, goldene Färbung.
Die Felder lagen vielerorts bereits abgeerntet da, während einzelne Blumen und Kräuter noch einmal ihre letzten Blüten öffneten.
Wer aufmerksam durch die Natur ging, konnte erkennen, dass jeder Abschied zugleich Platz für Neues schuf.
Der Mond als Begleiter
Seit jeher richteten Menschen ihren Blick zum Mond. Er begleitete Aussaat und Ernte, bestimmte den Rhythmus der Nächte und erinnerte daran, dass alles im Leben seinen eigenen Kreislauf besitzt.
Der achte Mond wurde so zu einem Sinnbild des Übergangs – zwischen Sommer und Herbst, zwischen Ernte und Vorbereitung auf die dunklere Jahreszeit.
Den Wandel annehmen
Vielleicht liegt gerade darin eine der schönsten Lehren des Jahreskreises.
Nichts bleibt für immer bestehen. Jede Jahreszeit erfüllt ihre Aufgabe und macht den Weg für die nächste frei.
Wer lernt, diesen Wandel anzunehmen, erkennt in jedem Ende zugleich den Beginn eines neuen Abschnitts.
Weiter eintauchen
Wenn dich der nordische Jahreskreis, alte Bräuche und die Pflanzen der Erntezeit interessieren, lade ich dich herzlich ein, tiefer in diese Welt einzutauchen.
In „Die Pflanzenmagie des Nordens – Band III“ findest du zahlreiche Überlieferungen, Rituale und Pflanzenporträts, die den Wandel vom Sommer zum Herbst begleiten.
Das Kapitel beginnt ab Seite ab Seite 287.

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