Liebstöckel – die Kraft der Lebenswürze


Blühender Liebstöckel im warmen Abendlicht, kräftige grüne Blätter und aufrechte Blütendolden, natürliche Gartenatmosphäre, im Hintergrund eine angedeutete Kräuterernte mit Likörflasche und getrockneten Kräutern, ruhige sommerliche Stimmung, hochkant.

Levisticum officinale

 

 

Kaum eine Gartenpflanze verströmt einen so intensiven Duft wie der Liebstöckel. Schon aus einiger Entfernung verrät er seine Anwesenheit. Seine kräftigen Blätter begleiten Suppen, Brühen und Eintöpfe seit Generationen. Dennoch gerät auch diese alte Würzpflanze zunehmend in Vergessenheit.

 

Dabei gehört Liebstöckel zu jenen Kräutern, die seit Jahrhunderten geschätzt und genutzt werden. Bereits früh taucht er in angelsächsischen Heilbüchern auf – ein Hinweis darauf, wie weit verbreitet und bedeutend er einst war.

 

 

Die Würze des Nordens

 

Liebstöckel wird oft als Maggikraut bezeichnet. Sein kräftiges Aroma verleiht Speisen Tiefe und Wärme.

 

Traditionell verwendete man ihn für:

 

• Suppen
• Brühen
• Eintöpfe
• Kräuterpesto
• Smoothies
• Kräuterpulver

 

Gerade jetzt im Frühsommer lässt er sich hervorragend ernten, trocknen und zu Vorräten verarbeiten.

 

 

Kräuterpulver aus Liebstöckel

 

• frische Liebstöckelblätter

 

Die Blätter schonend trocknen und anschließend fein vermahlen.

 

Als Würzpulver für:
• Suppen
• Gemüsegerichte
• Kartoffeln
• Kräutermischungen

 

Ein Vorrat, der den Geschmack des Sommers bis in den Winter bewahrt.

 

 

Traditionelle Anwendungen

 

Dem Liebstöckel wurden in der Volksheilkunde verschiedene unterstützende Eigenschaften zugeschrieben.

 

Traditionelle Nutzung:

 

• harntreibend beschrieben
• stoffwechselanregend beschrieben
• unterstützend für die Ausscheidung beschrieben

 

Er gehörte zu den Kräutern, die den Körper nach den langen Wintermonaten begleiten sollten.

 

 

Liebstöckellikör

 

• 1 Handvoll frische Liebstöckelblätter
• 250 ml Korn oder Wodka
• etwas Honig nach Geschmack

 

Mehrere Wochen ziehen lassen und anschließend filtern.

 

Ein traditioneller Kräuterlikör mit würzigem Charakter.

 

 

Das Hexenkraut

 

In alten Überlieferungen galt Liebstöckel als Schutzpflanze. Man schrieb ihm die Kraft zu, Haus und Hof vor schädlichen Einflüssen zu bewahren.

 

Seine hohlen Stängel führten zu mancher Sage. So heißt es, Hexen hätten sie als Blasrohre genutzt, um pulverisierte Kräutermischungen zu verstreuen.

 

Ob Legende oder Wahrheit – der Liebstöckel blieb über Jahrhunderte ein Kraut, das mit Schutz, Stärke und Lebenskraft verbunden wurde.

  

Räuchern – Kraft und Klarheit

 

Beim Verräuchern entwickelt Liebstöckel einen würzigen, krautigen Duft.

 

Traditionell wurde er verwendet:

 

• zum Schutz von Haus und Hof
• zur Reinigung der Atmosphäre
• zur Stärkung der inneren Kraft
• für neue Lebensenergie

 

Der Rauch wirkt warm, erdig und belebend.

  

Zur Sommersonnenwende

 

In manchen Regionen gehörte Liebstöckel zu den Kräutern der Sommersonnenwende.

 

Gemeinsam mit anderen Sommerkräutern wurde er in Sträuße gebunden und als Symbol getragen für:

 

• Lebenskraft
• Wachstum
• Fülle
• Verbundenheit mit der Erde

  

Pflanzenweisheit

 

Der Liebstöckel wächst kraftvoll und aufrecht.

 

Sein Duft erinnert daran, dass Stärke oft dort beginnt, wo Wurzeln tief in der Erde stehen.

  

Hinweis

 

Für die Küche werden vor allem junge Blätter verwendet. Mit zunehmendem Alter entwickelt die Pflanze ein kräftigeres Aroma.

  

AyonsWelt – Pflanzenwissen des Nordens

 

Weitere Pflanzenporträts und traditionelles Wissen über Wild- und Gartenpflanzen finden sich in der Buch-Reihe: „Die Pflanzenmagie des Nordens“.

 

Text und Bild: Haideé Zindler

 

 

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