Das Gänseblümchen – die kleine Sonnenblume der Wiesen


Gänseblümchen (Bellis perennis) mit weißen Blütenblättern und gelber Mitte auf einer Frühlingswiese im natürlichen Sonnenlicht.

Bellis perennis

 

Kaum eine Pflanze begleitet den Menschen so selbstverständlich wie das Gänseblümchen. Es wächst an Wegen, auf Wiesen, in Gärten und zwischen Pflastersteinen – überall dort, wo Leben seinen Platz findet.

 

Für viele ist es nur eine kleine Blume. Für unsere Vorfahren war es mehr.

 

Eine Pflanze der Reinheit.
Eine Pflanze des Neubeginns.
Eine Pflanze des stillen Durchhaltens.

 

 

 

Nordische Verankerung – Die kleine Heldin der Wiesen

 

Das Gänseblümchen galt als Pflanze der lichten Kräfte. Seine weiße Blüte mit der goldenen Mitte erinnerte an eine kleine Sonne auf der Erde.

 

Man nannte es auch die Liebliche –wegen ihrer sanften Beständigkeit.

 

Es wächst dort, wo andere Pflanzen aufgeben.

 

Immer wieder.

 

 

 

Die Erste und die Letzte

 

Das Gänseblümchen gehört zu den ausdauerndsten Pflanzen des Jahres. Es zeigt sich oft schon früh im Frühjahr und begleitet die Wiesen bis weit in den Herbst hinein.

 

Frost, Wind und Tritte übersteht es mit erstaunlicher Ruhe.

 

Es gehört zu den Pflanzen, die bleiben.

 

 

 

Pflanzencharakter

 

·       Klein.

 

·       Beständig.

 

·       Widerstandsfähig.

 

Eine stille Heldin ohne Rüstung.

 

 

 

Volksheilkundliche Bedeutung

 

Traditionell wurde das Gänseblümchen genutzt zur Unterstützung bei:

 

·       Stoffwechselträgheit

 

·       leichten Entzündungen

 

·       Hautunruhe

 

·       allgemeiner Schwäche nach dem Winter

 

Ihm werden unter anderem zugeschrieben:

 

·       stoffwechselanregende Eigenschaften

 

·       entzündungshemmende Wirkung

 

·       hautberuhigende Eigenschaften

 

·       milde Unterstützung der Reinigungsvorgänge

 

 

 

Nutzungen im Alltag

 

·       Tee aus Blüten

 

·       Frischsaft

 

·       Blüten im Salat

 

·       Frühlingssuppen

 

·       Kräuterbutter oder Brotaufstriche

 

Das Gänseblümchen gehört zu den ersten essbaren Frühlingspflanzen und eignet sich gut als sanfter Einstieg in die Wildpflanzenküche.

 

 

 

Kleine Frühlingsidee aus der Küche

 

Gänseblümchen-Frühlingsbutter

 

Weiche Butter mit:

 

·       fein geschnittenen Gänseblümchen

 

·       etwas Schnittlauch

 

·       einer Prise Salz

 

·       verrühren.

 

Ein einfacher Brotaufstrich, der den Frühling auf den Teller bringt.

 

 

 

Tierische Zuordnung

 

Der Name erinnert bereits daran: die Gans.

 

In der alten Symbolik steht sie für:

 

·       Wachsamkeit

 

·       Reinheit

 

·       Neubeginn

 

·       Frühling

 

Wie die Gans gehört auch das Gänseblümchen zu den Begleitern des Übergangs in die helle Jahreszeit.

 

 

 

Symbolik und Schutz

 

Manche Traditionen ordnen dem Gänseblümchen die Schutzrune Algiz zu – als Zeichen der Widerstandskraft und des Aufrichtens nach Belastung.

 

Wie diese Rune steht auch das Gänseblümchen für:

 

·       Aufrichten

 

·       Standhalten

 

·       Weiterwachsen

 

 

 

Pflanzenweisheit

 

Man sagt, das Gänseblümchen schließt seine Blüten in der Nacht und öffnet sie mit dem Licht des Morgens.

 

·       Wer es pflückt, nimmt ein Stück Frühling mit.

 

·       Wer es beachtet, erkennt die Kraft des Kleinen.

 

Das Gänseblümchen lebt ohne Anspruch auf Aufmerksamkeit – und gerade darin liegt seine Stärke.

 

 

 

Kleines Pflanzenritual

 

Einige frische Blüten können als Begleiter eines Neubeginns gesammelt werden. Getrocknet in einem kleinen Beutel erinnern sie daran:

 

Beständigkeit wächst oft im Stillen, ohne dass es jemand merkt.

 

 

 

Räucherung

 

Getrocknete Blüten können milden Räuchermischungen beigegeben werden, besonders in ruhigen Heil- oder Klärungsräucherungen.

 

Ihr Charakter gilt als:

 

·       sanft

 

·       ausgleichend

 

·       harmonisierend

 

 

 

Eine Pflanze der stillen Kraft

 

Das Gänseblümchen gehört zu den Pflanzen, die zeigen, dass Größe nicht über Wirkung entscheidet.

 

Es steht für:

 

·       Beständigkeit

 

·       Anpassungsfähigkeit

 

·       ruhige Stärke

 

Oder einfacher gesagt: Manche Pflanzen lehren uns, dass auch das Kleine trägt.

 

 

 

Hinweis

 

Das Gänseblümchen ist weit verbreitet. Dennoch gilt auch hier: nur dort sammeln, wo es häufig wächst und immer genügend Pflanzen stehen lassen.

 

 

 

AyonsWelt – Pflanzenwissen des Nordens

 

Weitere Pflanzenporträts und traditionelles Wissen über Wild- und Heilpflanzen finden sich in der Reihe Die Pflanzenmagie des Nordens aus AyonsWelt.

 

Text und Bild: Haideé Zindler

 

 

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