Warum so viele beim Räuchern in den Rauhnächten zu Weihrauch greifen – und warum der Norden eigene Kräuter hat
Viele Rauhnachtsratgeber empfehlen Weihrauch – doch kaum jemand fragt, warum.
Weihrauch stammt aus dem Orient und kam über Kirche und Klöster nach Europa. Er wurde dort zu einem „heiligen Rauch“, und genau deshalb greifen viele automatisch zu ihm, auch wenn der
ursprüngliche Brauch ganz woanders wurzelt.
Die nordischen Rauhnächte entstanden lange vor christlichen Einflüssen. Damals nutzten die Menschen das, was ihre Landschaft ihnen schenkte: Wacholder für Schutz und Reinigung, Fichte für Licht im Dunkel, Beifuß als Schwellenkraut, Harze für Wärme und Stärkung. Diese Pflanzen gehören zum Land – und damit zu den Nächten, die zwischen dem Alten und dem Neuen stehen.
Weihrauch ist nicht „falsch“. Er ist nur eine spätere Decke, die sich über den alten Brauch gelegt hat. Wer nordisch räuchern möchte, darf wieder spüren, wie kraftvoll die heimischen Pflanzen sind – und wie gut sie in diese besondere Zeit passen.
Am Ende entscheidet nicht die Tradition, sondern das Empfinden:
Was trägt dich durch die dunkelste Zeit des Jahres?
Wer tiefer in die heimische Räucherkunde eintauchen möchte – von den ältesten nordischen Winterkräutern bis zu modernen Mischungen – findet im Räucherbuch bereits viele Grundlagen. Und im
kommenden Band V der Pflanzenmagie des Nordens wird dieses Wissen noch weiter verwoben und erweitert.
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