Nidhöggr – Der dunkle Wächter unter Yggdrasil

Rundes, handgefertigtes Holzbild mit dem Drachen Nidhöggr aus der nordischen Mythologie. Pyrographie und Coloration auf Pappelholz, warmes Braun-Grün-Farbspiel, detaillierte Darstellung von Krallen, Hörnern und Schädelmotiv in der Mitte.

Es gibt Geschichten, die so tief in den Wurzeln der Mythologie verborgen liegen,
dass sie wie ein dunkles Grollen am Rande des Weltenbaumes klingen.
Und manchmal entsteht in der Werkstatt ein Bild, das genau diesen Klang einfängt.

So erging es mir mit Nidhöggr, dem „hasserfüllt Schlagenden“, dem großen Neiddrachen,
der unter den Wurzeln der Weltenesche Yggdrasil haust.
Ein Wesen, das viele nur als Verkörperung des Bösen sehen –
und doch ist seine Rolle viel komplexer als jeder Mythos ahnt.


Ein Holzbild, eine Axt und ein uralter Mythos

Dieses runde Holzbild (Durchmesser ca. 35–40 cm, Pappel) entstand gemeinsam mit einer passenden Axt,
die im selben Farb- und Motivstill gefertigt wurde.
Beides war ein Set – und war innerhalb weniger Minuten verkauft.

Der Prozess:
– Motiv von Hand mit Bleistift vorgezeichnet
– Linien sauber eingebrannt
– Schattierungen und Farben in mehreren Schichten aufgetragen
– mit Öl eingelassen
– Rand dunkel gebeizt
– Schriftzug „Nidhöggr“ traditionell ins Bild integriert

Solche Holzarbeiten brauchen mehrere Tage,
und jedes Bild trägt seine eigene Stimmung in sich.
Dieses hier: eine Mischung aus Finsternis, uralter Macht und ungeahnter Weisheit.


Wer ist Nidhöggr wirklich?

Ein Blick in die älteste Mythologie

Nidhöggr lebt tief unter Yggdrasil – in Niflheim, bei der Quelle Hvergelmir.
Dort frisst er die Seelen der Verstorbenen, deren Leben von Grausamkeit und Schuld gezeichnet war.
Nicht als Strafe aus Willkür, sondern als Teil eines kosmischen Gleichgewichts.

Er ist:
kein Mörder,
kein Dämon,
• sondern ein Reiniger der verdorbenen Seelen,
ein dunkler Wächter, der das trennt, was nicht mehr in die Welt der Lebenden gehört.

In der nordischen Mythologie steht Nidhöggr im ewigen Gegensatz zum Adler,
der oben in den Ästen Yggdrasils wohnt.
Zwischen ihnen rennt das kleine Eichhörnchen Ratatöskr,
das Botschaften überbringt – und Unfrieden stiftet.

Die Nornen heilen jeden Tag die Wurzeln, die Nidhöggr annagt.
So bleibt der Weltenbaum im Gleichgewicht.

Zur Zeit Ragnaröks erhebt sich Nidhöggr in den Himmel und fliegt über das Schlachtfeld,
schwarze Schwingen über dem Ende der alten Welt –
und er wird überleben.

„Unten nagt Nidhöggr.“
Grímnismál, Vers 35


Wie dieses Bild entstand – und warum es wichtig war

Beim Arbeiten am Holz wurde mir klar:
Nidhöggr ist nicht „böse“.
Er ist Teil des Zyklus von Leben, Tod und Erneuerung.
Er vernichtet nicht die Lebenden –
er entfernt das, was die Welt krank macht.

Genau das wollte ich im Bild festhalten:
die Kraft, das Dunkle, aber auch die Weisheit und Tiefe dieses alten Wesens.


Verbindung zum Buch „Die nordischen Götter“

Wer tiefer in diese Gestalten eintauchen möchte,
findet im Buch „Die nordischen Götter“ natürlich auch Nidhöggr,
seine Rolle im Kosmos und viele weitere Wesen rund um Yggdrasil.

Hier geht’s zum Buch:
Die nordischen Götter – im Shop ansehen


Fazit

Dieses Motiv war eine besondere Arbeit –
und zeigt einmal mehr, wie eng Mythos und Handwerk zusammengehören.
Denn jedes Bild trägt nicht nur Farbe und Linienstärke,
sondern erzählt einen uralten Teil unserer Geschichte weiter.

 

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